Petition gegen Internetzensur

Wie sicherlich allen bekannt ist, plant die Bundesregierung mit Hilfe der Internetprovider eine Sperre von Kinderpornographischen Inhalten. Nachdem ich in einem Themen ähnlichen Blog davon erfahren hatte, das es dazu Online eine Petition gibt, habe ich mich dazu entschlossen auch darüber zu berichten.

Da ich aus beruflichen Gründen in der IT-Welt immer auf dem aktuellsten Stand sein muss, habe ich die ganze Diskussion um diese Sperre natürlich in vollem Umfang mitbekommen. Aus meiner Sicht mit dem technischen Hintergrundwissen über Computer Netzwerke, Internet und Domain Name System kann ich zu dem Ganzen nur folgendes sagen:

Vor kurzem habe ich einen Artikel von einem Insider dieser Szene gelesen (vielleicht finde ich ihn nochmal, damit ich ihn verlinken kann) wo beschrieben wurde, wie solche Internetseiten betrieben werden.
Darin war zu erkennen, das ein Großteil der eigentlichen Daten zum ersten gar nicht auf deutschen Webservern liegen, zum zweiten dass das eigentliche Material in Peer-To-Peer Netzen ausgetauscht wird. Das heißt die Daten werden von Person zu Person geschickt und nicht einfach über eine Internetseite abgerufen a la „click to Download“. Dort hat die geplante Sperre von Frau von der Layen sowieso keine Wirkung! Die Sperre sieht einen Umlenkung der Anfrage auf eine Internetadresse vor. Diese funktioniert ungefähr so:
Ein User gibt in seinem Browser eine gesperrte Domain ein. Sagen wir mal ganzböseseite.de. Da der Computer jetzt wissen muss, welchen Server er für den Inhalt dieser Seite fragen muss, schaut er in einem Telefonbuch nach. Das Domain Name System (DNS). Dort wird normalerweise die (IP-)Adresse des Server als Antwort zurück gegeben. Im Fall einer Sperre von ganzböseseite.de wir nicht die richtige Adresse des Servers der Seite geliefert, sondern die Adresse des sogenannten STOP-Servers. Dieser liefert einen Hinweis, das die aufgerufene Seite gesperrt ist. Das sieht in etwa so wie das Bild recht aus.

Als nächstes muss man sagen das die Seiten wo gesperrt werden vom BKA festgelegt werden. Das BKA erstellt dazu eine Liste welche von den Providern innerhalb von sechs Stunden in deren Systeme eingearbeitet werden muss. Das BKA muss keinen darüber Rechenschaft ablegen warum eine Seite gesperrt wurde / ist. Das veröffentlichen, sowie das Kontrollieren der Liste auf seine Gültigkeit soll unter Strafe stehen!!!
Nicht umsonst haben wir eine Gewaltenteilung als Grundlage für unsere Demokratie.

Aktuell ist auch schon in Planung, das die STOP-Server in Echtzeit überwacht werden. Damit könnte man das Spiel in das nächste Level bringen. In Frankreich war, nach drängen der Musikindustrie, ein Gesetzes Entwurf da, der in letzter Minute gestoppt wurde. Dieser sah vor, das nach zweimaliger Warnmeldung (per Mail glaube ich) der Internetanschluss gesperrt wird, wenn bei diesem User Verstöße gegen das Urheberrecht der Musikindustrie verstoßen wurde.

Ich kann dazu nur folgendes Sagen:
Ich finde Kinderpornografie gehört (und ist) Verboten. Das Thema sollte auch bekämpft werden und zwar an der Wurzel. Den den Zugriff auf solches Material zu verbieten schützt die Kinder auch nicht von deren Missbrauch. Allerdings ist die geplante Internetsperre in meinen Augen wirkungslos, denn ich könnte jedem Leihen in einem Satz erklären wie diese Sperre zu umgehen ist. Vielmehr kann die nach der Umsetzung vorhandene Sperre für jede beliebige Seite verwendet werden. Damit wäre die freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in gefahr. Zum Thema Musikindustrie kann ich nur sagen, ich finde illegale Downloads von Musik auch nicht gut aber der Weg der in Frankreich eingeschlagen werden sollte wäre dafür auch nicht der Richtige.

So, nun da ich mich ausführlich über dieses Thema ausgelassen habe zum eigentlichen Titel dieses Beitrags.
Man kann Online eine Petition beim Deutschen Bundestag einreichen. Eine Praktische Sache. Die Petition geht darum das geplante Gesetz zu stoppen.

Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009

Die Chancen stehen gut, dass die Petition bis zum 16.06. die erforderlichen 50.000 Mitzeichner erreicht. Als ich mich eingetragen habe, wahren es schon Gut 28600 Stimmen. Leider muss man Sich zum eintragen Anmelden, das sollte man aber auf jeden Fall für unsere Freiheit in Kauf nehmen. Bitte daran Denken, um an einer Petition mit zu machen, muss man in Deutschland Wahlberechtigt sein.

Ich finde davon sind wie alle betroffen, also Tragt euch in die Petition ein und gibt sie an Freunde, Bekannte und Familie weiter. Denen könnt ihr den Link zu dieser Petition oder zu meinem Beitrag geben, damit diese sich auch ein genaueres Bild davon machen können.